Praxis für Ergotherapie & Handtherapie Tanja Lederer

Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen

Wir Menschen beobachten unsere Bezugspersonen ganz genau. Natürlich lernen wir durch das Verhalten unsere Bezugspersonen und orientieren uns auch an ihrem Verhalten sowie an den Reaktionen aus unserer Umwelt. Im Alltag geschieht diese Verhaltensbeeinflussung meist unbewusst, was jedoch dazu führt, dass unerwünschte Verhaltensweisen gefestigt oder auch verstärkt werden.

Durch die gezielte Verwendung der Lerngesetze bietet die Verhaltenstherapie eine bewusste Möglichkeit zur Steuerung des Verhaltens. Gemeint ist damit vor allem der absichtliche und sofortige Gebrauch von Lob bzw. Tadel sowie Regeln und Konsequenzen.

Das IntraActPlus-Konzept:

Bei der Verhaltenstherapie in der Ergotherapie kommt vor allem das IntraActPlus-Konzept nach Dr. Fritz Jansen und Dipl.-Psych. Uta Streit zum Einsatz, welches die komplette Zeitspanne vom Baby über das Kind und den Jugendlichen bis hin zum Erwachsenen abdeckt und seit mehr als 20 Jahren ständig weiter entwickelt wird.

Das oberste Ziel bei allen Maßnahmen dieses Konzeptes ist die Entwicklung eines positiven Verhältnisses zwischen den Kindern und ihren Bezugspersonen.
Zugleich ist die Beziehung der grundlegende Schlüssel für die Weitergabe von Werten und auch Zielen an die Kinder.
Darüber hinaus ist die Beziehung unersetzlich für die Entwicklung einer positiven Eigensteuerung in allen Lebensbereichen und ebenso der Motivation. Die Beziehung wird deshalb noch mehr als in der Verhaltenstherapie üblich mit in die Therapie einbezogen. Damit die oft nur einen Bruchteil einer Sekunde andauernden Beziehungssignale erfasst werden können, wird das Ganze auf Video aufgenommen. Durch die explizite und sekundengenaue Videoarbeit des IntraActPlus-Konzeptes fallen unbewusstes Verhalten sowie unbewusste Beziehungssignale rasch auf, was eine genaue und schnelle Problemanalyse ermöglicht. Außerdem haben durch die videounterstützte Gesprächsführung alle beteiligten Personen die Möglichkeit, sich das Verhalten sowie die Reaktionen sämtlicher Beteiligter anzusehen und Zusammenhänge selbst zu erkennen. Dies führt nicht nur zu einer besonders großen Zustimmung, Einsicht und Akzeptanz, sondern auch zu einer intensiveren Mitarbeit. Beides gilt sowohl für die Bezugspersonen als auch für die Kinder und Jugendlichen. Die Hilfe zur Selbsthilfe für die betroffene Person sowie deren Bezugspersonen steht also im Mittelpunkt.
Dem betroffenen Kind werden nach Einsicht in die Ursache seiner Probleme verschiedene Vorgehens- und Arbeitsweisen gezeigt, was dem betroffenen Kind in Zukunft dabei helfen soll, besser zurecht zu kommen.

Das Ziel beim IntraActPlus-Konzept ist zum einen der Abbau von auffälligen Verhaltensweisen und zum anderen diese abgelegten auffälligen Verhaltensweisen durch neu erlerntes, positiv besetztes Verhalten zu ersetzen.

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen, aber auch die Eltern bzw. Erziehungsberechtigte, lernen beim IntraActPlus-Konzept mit der Problematik sowohl umzugehen, als auch ihr Verhalten dauerhaft zu ändern.
Zudem sind Eltern, Erziehungsberechtigte und andere beteiligte Bezugspersonen durch die lerntheoretischen Informationen und Hintergründe in der Lage, das Verhalten des Kindes oder Jugendlichen besser zu verstehen. Dies trägt dazu bei oftmals auftretende Konfliktsituationen abzubauen.
Außerdem machen die anschaulichen und zielgerichteten Anweisungen die Umsetzung in den Alltag leichter, wodurch eine dauerhafte Änderung des Verhaltens wahrscheinlicher ist.

Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen ist vor allem sinnvoll bei:

  • Schulproblemen
  • Sprachstörungen
  • Problemen mit dem Selbstwertgefühl und/oder fehlender Selbstsicherheit
  • sozialer Unsicherheit
  • sozialer Isolation
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Problemen mit der Merkfähigkeit
  • Hyperaktivität
  • motorischen Defiziten
  • aggressivem Verhalten
  • Ängsten und Phobien

Der Ablauf beim IntraActPlus-Konzept:

Zu Beginn erfolgt eine ausführliche und detaillierte Befundung, bei der die Probleme des Kindes oder Jugendlichen veranschaulicht und sowohl die Ziele der Eltern als auch die des Kindes oder des Jugendlichen präzisiert werden.
Danach erfolgt eine standardisierte Diagnose per Video, die aus einer Spielsituation, einer Lernsituation, einem Planungsgespräch, einem Konfliktgespräch sowie Körperkontakt besteht.
Diese Videoaufnahmen werden mit den beteiligten Personen besprochen und analysiert. Dabei wird Wert auf die Schulung der Wahrnehmung von Eltern und Kind gelebt, wodurch die Probleme genau bestimmt werden können.
Anschließend werden lerntheoretische Grundlagen vermittelt, welche sich auf die Probleme beziehen und die zur Aufarbeitung und Lösung der Schwierigkeiten behilflich sein können.
Die beteiligten Personen bekommen im Verlauf der Behandlung eine anschauliche und eindeutige Aufgabe, wodurch ein verändertes und zielorientiertes Handeln erreicht werden soll. Die anschließenden Therapieeinheiten dienen zur Nachbesprechung, Neuorientierung und Feinabstimmung der Übungseinheiten.

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Ergotherapie, Handtherapie & Handrehabilitation in und um Würzburg

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